Im März 1967 wagte Herbert von Karajan etwas Unerhörtes: Er gründete ein eigenes Festival für sein eigenes Orchester und eröffnete es mit Wagners »Walküre«. Sechzig Jahre später erklingt das Werk wieder. Kirill Petrenko dirigiert die Berliner Philharmoniker, und Lise Davidsen singt erstmals die Brünnhilde. Zuvor hören wir am Karfreitag Lisa Batiashvili mit Sibelius’ Violinkonzert, am Karsamstag Beethovens »Missa solemnis« und am Ostersonntag Händels »Messiah«. Dazwischen entdecken wir Salzburgs verborgene Schätze.
Die vier Vorstellungen stehen zur Wahl: Sie buchen die Eintrittskarten der 1. Kategorie einzeln zur Reise hinzu – für einen, mehrere oder alle Abende.
Salzburgs verborgene Schätze
Am Gründonnerstag, 25.3.27, checken Sie im IMLAUER Palais Mirabell ein, unserem Zuhause für fünf Nächte. Gleich gegenüber liegt der Mirabellgarten, in dem Julie Andrews 1964 mit den Trapp-Kindern ihr »Do-Re-Mi« drehte. Am Abend begrüße ich Sie mit einem Umtrunk; anschließend essen wir gemeinsam in einem ausgewählten Restaurant und stimmen uns auf das Jubiläum ein.
Am Karfreitag öffnet uns das Festspielarchiv seine Türen. Die Führung folgt auch den Spuren Herbert von Karajans durch ein Jahrhundert Festspielgeschichte. Am Abend hören wir das Orchesterkonzert mit Lisa Batiashvili im Großen Festspielhaus.
Am Karsamstag führe ich Sie hoch über den Seitenkapellen des Doms zum Rupertuskreuz, dem größten erhaltenen Metallkreuz des Frühmittelalters, und durch die Galerie der Fürsterzbischöfe nach St. Peter. Wer möchte, nutzt den Tag stattdessen zum Bummeln. Abends erklingt Beethovens »Missa solemnis«.
Am Ostersonntag fahren wir ins nahe Hallein, wo die Kelten am Dürrnberg Salz abbauten. Im Keltenmuseum sehen wir die 2.500 Jahre alte Schnabelkanne vom Dürrnberg. Abends erklingt Händels »Messiah«.
Am Ostermontag erwartet uns in der Orangerie, wenige Schritte vom Hotel, eine Privatführung durch das gut 25 Meter lange Rundbild von 1829. Alternativ genießen Sie einen freien Mittag bei Salzburger Nockerln und einer Melange. Um 16 Uhr beginnt »Die Walküre« in der Felsenreitschule.
Debussy · Sibelius · Mussorgski
Debussys »Prélude à l'après-midi d'un faune« beginnt mit einer Flötenlinie, die 1894 die Grenzen der Tonalität aufweichte und als Beginn der modernen Musik gilt. Im Zentrum des Abends steht Sibelius' Violinkonzert von 1905 — das einzige Konzert des Komponisten, ein Werk aus nordischer Weite und dunkler Glut, das seiner Solistin alles abverlangt. Zum Schluss erklingt Mussorgskis »Bilder einer Ausstellung« in Maurice Ravels Orchestrierung, die aus dem Klavierzyklus ein Farbenkabinett macht.
Die Solistin ist Lisa Batiashvili, die mit Sibelius' Konzert einst ihren internationalen Durchbruch erlebte; am Pult steht der israelische Dirigent Lahav Shani, seit 2026 Chefdirigent der Münchner Philharmoniker.
Lisa Batiashvili spielt Sibelius' Violinkonzert.
Beethoven — Missa solemnis
Beethoven arbeitete fünf Jahre an der Missa solemnis und nannte sie sein gelungenstes Werk. Sie sprengt jeden liturgischen Rahmen: Das Credo türmt sich zu einer Fuge, die keine Rücksicht auf Sängerkehlen nimmt, und im Agnus Dei brechen Trompeten und Trommeln in die Bitte um Frieden ein — Krieg mitten im Gebet. Über die Partitur schrieb Beethoven, es möge vom Herzen zu Herzen gehen.
Das Werk verlangt Sänger, die über anderthalb Stunden gegen ein volles Orchester bestehen: Der Sopran muss im Gloria und Credo mehrfach bis zum hohen B, das Quartett tritt nie als Arien-Solisten hervor, sondern bildet einen zweiten, kleineren Chor. Golda Schultz und Wiebke Lehmkuhl gehören zu den gefragtesten Stimmen im geistlichen Repertoire; der Rundfunkchor Berlin, seit 2015 von Gijs Leenaars geleitet, zählt zu den führenden Konzertchören Europas. Ein Höhepunkt ist das Benedictus, in dem eine Solovioline aus der Höhe herabsteigt und den ganzen Satz über die Singstimmen umspielt – ein Solo, das traditionell der Konzertmeister der Philharmoniker übernimmt.
Kirill Petrenko, Chefdirigent der Berliner Philharmoniker.
Händel — »Messiah«
Händel schrieb den »Messiah« im Spätsommer 1741 in gut drei Wochen. Charles Jennens hatte ihm ein Libretto ohne Rollen und ohne Handlung zusammengestellt, ausschließlich aus Bibelversen: Der erste Teil gilt Prophezeiung und Geburt, der zweite Passion und Auferstehung, der dritte der Erlösung. Händel antwortete mit seinem ganzen Opernhandwerk – mit Accompagnato-Rezitativen, Da-capo-Arien und Chören, die wie im »Hallelujah« oder im abschließenden »Amen« zu großen Fugen anwachsen. Emmanuelle Haïm, ausgebildete Cembalistin, gründete 2000 ihr Ensemble Le Concert d’Astrée und gilt als eine der maßgeblichen Händel-Interpretinnen unserer Zeit. Mit den Berliner Philharmonikern verbindet sie eine lange Zusammenarbeit; ihr eigener Chor bringt den beweglichen, schlanken Klang der Barockpraxis mit. Unter den Solisten ragt die französische Koloratursopranistin Sabine Devieilhe heraus.
Das Große Festspielhaus, Spielort der Konzerte.
Wagner — »Die Walküre«
Der erste Tag des »Ring des Nibelungen« beginnt mit einem Sturm und einer Tür, die aufgestoßen wird: Siegmund findet Zuflucht im Haus seines Feindes und erkennt in Sieglinde die verlorene Zwillingsschwester. Was daraus folgt, bringt die Ordnung der Götter ins Wanken. Wotan muss den eigenen Sohn dem Tod überlassen, und Brünnhilde — die Tochter, die ihm am nächsten steht — widersetzt sich ihm zum ersten Mal aus Mitleid. Der lange Abschied der beiden am Ende des dritten Akts ist die vielleicht menschlichste Szene, die Wagner geschrieben hat.
Musikalisch ist »Die Walküre« der Teil des »Ring«, in dem Wagners Leitmotivtechnik zum ersten Mal ihre volle Wirkung entfaltet: Motive wie das Schwert, Wälsungenliebe oder Wotans Unmut verwandeln sich mit der Handlung und erzählen, was die Figuren nicht aussprechen. Salzburg zeigt 2027 das zweite Jahr des neuen »Ring« in der Regie von Kirill Serebrennikov, am Pult Chefdirigent Kirill Petrenko mit den Berliner Philharmonikern. Die Norwegerin Lise Davidsen, deren Sopran in Größe und Leuchtkraft mit Kirsten Flagstad und Birgit Nilsson verglichen wird, gibt ihr Rollendebüt als Brünnhilde. Gespielt wird in der Felsenreitschule, deren in den Konglomeratfelsen geschlagene Arkaden jedem Bühnenbild ein zweites, älteres gegenüberstellen.
Lise Davidsen singt erstmals die Brünnhilde.
IMLAUER Palais Mirabell
Fünf Nächte wohnen wir im IMLAUER Palais Mirabell am Mirabellplatz. Das einstige Stadtpalais der Familie Lodron wurde 1908 im Jugendstil erneuert und im Frühjahr 2026 nach umfassender Renovierung wiedereröffnet. Ihr Deluxe-Zimmer wurde 2026 neu gestaltet, und keines gleicht dem anderen. Paare, die etwas mehr Raum wünschen, wählen eine der wenigen Suiten: die Deluxe Suite mit 30 m² oder die Palais Suite mit bis zu 40 m².
Gegenüber liegen Schloss Mirabell und der Mirabellgarten, das Mozart-Wohnhaus ist drei Gehminuten entfernt. Zu den Festspielhäusern sind es über den Marko-Feingold-Steg rund 900 Meter, zu Fuß etwa eine Viertelstunde. Das Frühstücksbuffet wird im historischen Gewölbe der Brasserie Mirabell serviert.
Deluxe Doppelzimmer im IMLAUER Palais Mirabell.
Enthaltene Leistungen
- Begrüßungsumtrunk und gemeinsames Abendessen am Ankunftsabend
- Fünf Übernachtungen im IMLAUER Palais Mirabell inkl. Frühstück
- Führung durch das Archiv der Salzburger Festspiele
- Private Führung durch Dommuseum und Museum St. Peter
- Ausflug nach Hallein mit Führung im Keltenmuseum
- Private Führung durch Sattlers Salzburg-Panorama in der Orangerie
- Transfer nach Hallein und zu den Spielstätten auf Wunsch
- Persönliche Reisebegleitung durch Claudio Lieberwirth
Reisepreis pro Person
- im Deluxe-Zimmer zur Doppelnutzung3.190 €
- im Deluxe-Zimmer zur Einzelnutzung3.860 €
- in der Deluxe Suite zur Doppelnutzung3.450 €
- in der Palais Suite zur Doppelnutzung3.650 €
Suiten nur in begrenzter Zahl.
Eintrittskarten zur Wahl
Eintrittskarten der 1. Kategorie, je Person einzeln zubuchbar.*
- FR · 26.03. · KARFREITAG
Orchesterkonzert mit Lisa Batiashvili · 312 € - SA · 27.03. · KARSAMSTAG
Beethovens »Missa solemnis« · 325 € - SO · 28.03. · OSTERSONNTAG
Händels »Messiah« · 325 € - MO · 29.03. · OSTERMONTAG
Wagners »Die Walküre« · 676 €
* Die Kartenpreise liegen über den offiziellen Preisen der Osterfestspiele: Sie enthalten eine Gebühr für das exklusive Vorkaufsrecht. Unsere Sitzplätze werden im freien Verkauf nicht angeboten.
Nicht enthalten: An- und Abreise, Eintrittskarten (einzeln zubuchbar), nicht aufgeführte Mahlzeiten, Getränke, Trinkgelder. Die Reise ist für mind. 10 und max. 20 Teilnehmer konzipiert. Programm-, Spielplan- und Besetzungsänderungen vorbehalten.